Malta – Bunte Balkone und britische Einflüsse

“Der März ist der schlimmste Monat. Du denkst, du kannst keinen einzigen kalten, grauen Tag mehr ertragen – und dann kommt der März.” Diesen Satz habe ich letztens irgendwo im Internet gelesen, und auch wenn ich dem nicht vollkommen zustimmen würde, ist etwas Wahres dran. Der Winter verschiebt sich gefühlt jedes Jahr weiter nach hinten, und angekommen im März sehnt man sich einfach nur noch nach ein wenig Sonne und Wärme auf der Haut. Der ideale Zeitpunkt also für einen Kurztrip in den Süden, oder?

Also ging es Anfang März für 4 Tage nach Malta. Ich hatte zwar schon öfter etwas über die kleine Insel südlich von Sizilien gehört; dass sie aber beispielweise zum britischen Commonwealth gehört und die Hauptstadt Valletta die kleinste Hauptstadt Europas ist, habe ich tatsächlich erst bei meiner Recherche vor Reiseantritt erfahren. Also Achtung, ihr braucht einen britischen Adapter für die Steckdosen!

Anreise und Unterkunft

Mit Ryanair ging es Freitags Abends los und nach einem zweistündigen Flug kamen wir am Flughafen in Luqa an. Da auf Grund der späten Ankunftszeit keine Busse mehr fuhren, buchten wir im Vorhinein einen Transfer vom Flughafen direkt zum Hotel. Als Unterkunft hatten wir uns für das Palazzo Violetta in der Stadt Sliema entschieden. Im Gegensatz zu Hotels direkt in Valletta, sind die Preise hier etwas günstiger und die Lage ist ideal, da nicht nur Busse in kürzesten Abständen in die Hauptstadt fahren, sondern man auch per Fähre schnell dorthin gelangt. Der öffentliche Nahverkehr auf Malta ist ein absoluter Pluspunkt, denn er ist nicht nur eng getaktet, sondern erschwinglich zugleich. Für 1,50€ kann man in einem Zeitfenster von zwei Stunden fahren wohin man möchte, auch quer über die Insel. Somit ist man auch ohne Mietwagen wunderbar mobil und kommt (mit dem ein oder anderen Umstieg) überall ans Ziel.

Palazzo Violetta, Sliema

Das Palazzo Violetta ist ein kleines Hotel mitten in einem Wohnviertel von Sliema und unterscheidet sich von außen kaum von den umliegenden typisch maltesischen Häusern. Es ist ruhig in einer Seitenstraße gelegen, bietet hübsche Zimmer, einen Pool im Hinterhof und ein wirklich gutes Frühstück. Die Lage ist ideal, um Sliema, St. Julian´s, Valletta und die restliche Insel zu erkunden. Eine absolute Empfehlung.

Valletta

Am ersten und am letzten Tag unseres Trips erkundeten wir Maltas Hauptstadt Valletta. Mit der Fähre fuhren wir direkt auf das etwas mystisch wirkende kleine Städtchen zu, gefolgt von einem steilen Fußmarsch in Richtung Valletta Zentrum. Fasziniert von der einzigarten und unverwechselbaren Bauweise der kleinen sandfarbenen Häuser mit ihren bunten Balkonen, liefen wir durch die engen Straßen und erklommen unzählige Treppenstufen. Im Zentrum angekommen, fühlte ich mich ein wenig nach Gibraltar versetzt, denn auch hier ist die britische Prägung deutlich erkennbar – die Geschäfte und Cafés sind zum Großteil britische Ketten und fast jeder spricht perfektes Englisch – nur ist das Klima so gar nicht britisch-verregnet 🙂 Aber auch italienische und orientalische Einflüsse finden sich überall wieder.

Valletta im Schatten
Plattenbau auf maltesisch

Das Stadttor von Renzo Piano, die Aussicht über die drei Städte von den Upper Barrakka Gardens aus und die St. John´s Co-Cathedral sind einige der Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt. Und auch die Pizza Parma in der Old Bakery würde ich als ein Must-see oder eher ein Must-eat bezeichnen.

Renzo Piano und St. John´s Co-Cathedral
Old Bakery
St. Julians, Mdina, Blue Grotto und Marsaxlokk

Für den zweiten Tag hatten wir uns einiges vorgenommen . Und da es ein Sonntag war, an dem die Busse nur in etwas größeren Abständen als regulär fuhren, hatten wir alles genau geplant, inklusive Busverbindungen und Zeitfenstern vor Ort. Gestartet wurde mit einem leckeren Frühstück in der Sonne bei  The Crust Bakery in St. Julian´s. Eine wirkliche Empfehlung unter anderem auch auf Grund der schönen Terrasse.

The Crust Bakery, St. Julian´s

Von dort aus ging es mit dem Bus nach Mdina – die stille Stadt. Für die Game of Thrones Fans unter uns: Hier wurde ein Teil der Serie gedreht, der in der Hauptstadt King´s Landing spielt. Die Stadt zeichnet sich aus durch ihre engen Gassen und die Ruhe, die dort herrscht. Wie es damit zur Hochsaison im Sommer aussieht, kann ich natürlich nicht beurteilen, in unserem Fall hat es aber tatsächlich gestimmt und ich würde einen Ausflug dorthin auf alle Fälle empfehlen.

Mdina

Von Mdina aus ging es als nächstes zur Blauen Grotte im Südwesten der Insel. Sie besticht durch das leuchtende Blau des Wassers im Innern der Grotte. Leider haben wir auf Grund der fehlenden Zeit keine Bootstour ins Innere der Grotte machen können, das würde ich beim nächsten Besuch definitiv nachholen. Aber auch von außen ist der Blick auf die Grotte, das Meer und die Landschaft drum herum absolut sehenswert.

Blaue Grotte

Das letzte Ziel des Tages war der kleine Fischerort Marsaxlokk im Südosten Maltas, der aussieht, als würde man sich mitten in einem Postkartenmotiv befinden. Wir kamen dort genau zum richtigen Zeitpunkt an, kurz bevor die Sonne begann unterzugehen und die bunten Fischerboote und das Wasser in ein goldgelbes Licht tauchte. Wunderschön! Wir genossen die Aussicht über den Hafen bei einem Chai Latte und Caramel Shortbread bei Costa Coffee.

Marsaxlokk

Wieder angekommen in St. Julian´s, gab es als Abschluss eines wunderschönen Tages maltesische Pizza (Ftira) mit Loch in der Mitte im Gululu, einem maltesischen Restaurant direkt am Wasser in der Spinola Bay. Probiert unbedingt die Ftira Tqaqqieqa, falls ihr dort seid!

Spinola Bay, St. Julian´s

Wir wären gerne noch ein paar Tage länger geblieben und hätten noch mehr gesehen, wie z.B die Nachbarinsel Gozo, aber wir kommen definitiv nochmal zu einer sommerlichen Jahreszeit wieder, um auch ein paar Strände zu besuchen und die Insel weiter zu erkunden.

Der März wird aber auch nächstes Jahr für einen Kurztrip in wärmere Gebiete genutzt werden, denn er ist der ideale Monat, um günstig und ohne Menschenmassen zu verreisen, Länder und Städte kurz nach dem Winterschlaf zu entdecken und (im Idealfall) mit einer ordentlichen Portion Vitamin D aufgetankt in den baldigen Frühling zu starten. Seid ihr dabei?

Eure Svenja

2 thoughts on “Malta – Bunte Balkone und britische Einflüsse

  • Mai 4, 2020 at 6:19 pm
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    Du machst einfach die schönsten Fotos

    Reply
    • Mai 24, 2020 at 6:19 pm
      Permalink

      Vielen vielen Dank!! 🙂

      Reply

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